„Ich bin gar nichts. Auch keine Deutsche“ - #52 - Lesung Ruth Vogel

Ein Stück Deutschland - Der Podcast - Podcast autorstwa Corinna Below (Initiatorin & Journalistin) & Carsten Janz (Journalist)

„Ruth Anker, die schöne Jüdin!“, sagte ein Lehrer, der sie wiedererkannte, als sie vor etlichen Jahren Hamburg besuchte. Das habe sie sehr gefreut, erzählt sie 2004 im Interview. Gefreut habe sie auch, dass sie nicht in Vergessenheit geraten ist in der Stadt, von der sie sagt, dass sie sie liebt. Das ist das Erste, was sie sagt. „Ich liebe Hamburg.“ Das ist das erste, was ihr einfällt, wenn sie über ihre Lebensgeschichte nachdenkt. Und doch muss sie ihre Heimat verlassen. Zunächst geht sie als junges Mädchen nach London, um Fotografie zu lernen. Nach der Heirat, kehrt sie mit ihrem Mann ihrer geliebten Heimatstadt endgültig den Rücken, um in Argentinien ein neues Leben zu beginnen. 67 Jahre später sagt sie auf die Frage, ob sie sich inzwischen als Argentinierin fühlt: „Ich bin gar nichts. Auch keine Deutsche.“

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